12:37
Ferienküchentisch

Küchentisch in einer Ferienwohnung

Dieser Küchentisch steht in einer der schönsten Ferienwohnungen - hier in Neukölln. Ja, seltsam, dass ich in der Nachbarschaft übernachtet habe. Aber Airbnb hatte mir einen Gutschein geschenkt und eine Nacht in anderem Umfeld kann inspirieren!

(Hier kannst du selbst einen Aufenthalt dort buchen. Ich war damals der erste Gast, inzwischen hat Aino, die die Ferienwohnung betreibt, viel positives Feedback bekommen. Erzähl mir, wie´s war.)

13:08
Behinderung

Nagel und Faden Kunst von Pamela Campagna

[Nagel und Faden Kunst von Pamela Campagna]

… Eigentlich ist es da logisch, dass ich erst gar keine für andere interessante Gesprächsthemen auspacken kann. Ich denke nicht automatisch von meinem Gegenüber her. Mein Interesse ist, mich zu schützen. So bin ich evtl. mit wenigem zufrieden (wenn ich nur einen bequeme Höhle habe) und habe nicht das Bedürfnis, die Welt von anderen Blickwinkeln aus sehen zu lernen.

Wenn ich mal etwas erzähle, schmücke ich schnell mit Persönlichem aus, was für die Zuhörer oft gar keine Belange hat und schon gar nicht für die Geschichte wichtig ist. (Ich fühle mich gedrängt das zu tun, um prüfen zu können, ob noch alles -für mich/in meinem Kopf- Sinn macht. Gerade bei Sachverhalten, die nichts mit mir zu tun haben, oder abstrakt sind. Immer muss ich etwas “in meine Welt übersetzen” - prüfen, “ob es stimmt, ob ich zustimmen kann/darf”.) Ich werde damit zu einem Stahlrohr, das ich der Handlung/dem Gerüst der Geschichte, die ich erzählen will, zwischen die Beine werfe und nach den ersten Sätzen zu Fall bringe. Verständlich, dass ich nicht zum Unterhalter des Abends gewählt werde. Aber das ist ja nicht mal mein Verlangen. Es wäre nur schön, ab und zu eine Geschichte spannend erzählen zu können.

14:53
Kompassnadelstörung

Fehler ermeiden wollen um jeden Preis sorgt dafür, dass ich mich den ganzen Tag (24 Stunden) um mich selbst drehe. Ich versuche ständig zu untersuchen, ob ich jetzt schon einen Fehler gemacht habe, wie ich es anstelle, keinen zu machen, wie ich einen gemachten Fehler wieder aufheben oder geradebiegen kann, ob andere mich wohl noch ansprechend, nett, intelligent, hübsch, kreativ, etc. finden. (Alles völlig unbewusst natürlich.)

Wenn jemand dann den Anschein macht, dass etwas nicht stimmt (z.B. die Person ist nicht so freundlich zu mir wie sonst oder so aufmerksam), frage ich nicht die Person, wie es ihr geht, sondern versuche, ihr aus dem Weg zu gehen oder zu ignorieren. Oder bekomme schlechte Gedanken über die Person, versuche sie abzuwerten, unwichtig erscheinen zu lassen oder für dumm zu erklären.

Ich erlebe also 90% des Alltags als von mir und meinem Fehlervermeiden abhängig. Ja, ich interessiere mich eigentlich bloß wirklich dafür, ob es mir gut geht - oder ob ich schon Strafen erwarten muss. Ich werde also Situationen je nachdem als positiv, gut oder erfolgreich einstufen, ob ich mich in ihnen wohlgefühlt habe = anscheinend Fehler vermeiden konnte. Und glaube dann, dass ich diejenige Situation objektiv beurteilt habe.

20:43
Hautarzt

Es bringt mir Erleichterung, ins Bad zu gehen, einen kleinen Spiegel und eine Pinzette zu nehmen und mein Gesicht nach Unreinheiten zu untersuchen. Seit ich Pickel habe, versuche ich, sie loszuwerden und mein Gesicht makellos zu machen. Was mich allerdings dabei weniger gestört hat (und was nicht logisch ist), war, dass es oft überhaupt nicht makellos aussah, wenn ich an meiner Haut “operiert” hatte. Denn dann hatte ich weiterhin ein Projekt, etwas Greifbares, anhand dessen ich Unperfektion angreifen konnte. (Ein unbewusster Teufelskreis: Unperfektion bekämpfen und mir dabei Hässlichkeit/noch mehr Unperfektion zufügen - um so noch mehr “Möglichkeit” zu haben, Unperfektion zu bekämpfen.)

Als Teenager habe ich mich schon fast vor den Spiegel geflüchtet, wenn ungreifbare Probleme und scheinbar unveränderbare Situationen und eben unterbewusste Angst sich breit gemacht haben, wegen Schule, Jungs, Freundinnen, Lehrern, Eltern. Und auch heute nehme ich diese Routine gerne auf, wenn ich von einem anstrengenden, überwaltigenden oder frustrierenden Erlebnis komme. Meine Gesichtshaut unter Kontrolle haben zu können mit ihrer Unreinheit - einem Symbol meiner Fehlerhaftigkeit - scheint mir wieder festen Boden unter den Füssen zu bauen.

(Vielleicht sollte ich glücklich sein, dass ich unreine Haut habe - was hätte ich sonst zu “begradigen” versucht? Glücklich bin ich auch, dass ich heutzutage weniger Pickel habe, und immer weniger diese Kontrolle suche.)

14:16
So eine Werkstattkatze

Werkstattkatze 1

Werkstattkatze 2

…wärmt einem den Sitzplatz, bis man weiterarbeitet, und leistet einem Gesellschaft, während man weiterarbeitet.

(Das süße Herzkissen hat polli überall genäht.)

18:45
Vorfreude

Markttischprobe für Muttertagswochenende

Wie glücklich ich eben war, als ich die Werke der letzten Wochen wieder aus dem Schrank hervorgeholt habe, um meinen Markttisch zu proben und fürs Wochenende zu packen! Ich freue mich auf Samstag (12.5.), wenn ich wieder auf dem Neuköllner Stoff Markt bin (am Maybachufer, 11-17 Uhr) und auch, wenn ich am Sonntag (13.5.) zum ersten Mal handmade supermarket für wennn…geschirrgeschichten ausprobiere (Markthalle IX). Dazu gibt es diesen Flyer:

handmade supermarket am 13.5.2012

P.S.:

in echt mit Lampen

Zum ersten Mal mit Hintergrund und Lampen…

18:28
Nachtisch

Nach dem Essen, wenn man sich z.B. gemütlich ins Wohnzimmer setzt, geht es irgendwann weiter in mir mit dem Gefühl der Langeweile. Die anderen reden und ich höre zu, anfangs war es noch interessant, die Themen , die sie gewählt haben, doch irgendwann sehne ich mich wieder nach meiner Höhle und werde ungeduldig.

Schneide ich kein eigenes Thema, weil ich mich selbst uninteressant finde? Weil “sich in einer Gruppe unterhalten” für mich zu viel Sonnenlicht ist? Weil es mir aus irgendeinem Grund unhöflich (also fehlerhaft) erscheint, den Abend/die Unterhaltung mitzugestalten?

Ehrlich gesagt finde ich gar nicht zu einem Thema, über das ich gerne reden würde: Die Vorstellung, vor mehr als zwei Menschen zu zeigen, was mich interessiert bzw. die Verantwortung zu übernehmen, dass wir alle jetzt über etwas reden sollen, das vielleicht die Hälfte doof findet (-> Fehler) verbreitet Angst in meinem Kopf. Und so bin ich schon von Angst gelähmt, wenn es nur darum geht, sich als Gruppe zu unterhalten. Und fühle “Langeweile”, weil ich ja nicht mitmachen “kann”.

15:57
(kleiner) neuer Start, (ein wenig) neue Werkstatt

Werktisch

Werkwand Dekor

Wandbild Detail

Nach der langen Pause (fünf Wochen weg aus Berlin und der wennn… Werkstatt) war mir nach ein wenig Tapetenwechsel. Zweierlei hat sich dafür glücklich gefunden: In Amerika konnte ich ums Haus von Freunden viele verschiedene Vogelarten beobachten und habe wieder gemerkt, wie gerne ich Vögel habe. Und dann beim Porzellaneinkauf lugte so ein altes, zerfleddertes kleines Büchleich aus einer Postkartenkiste, “Vögel am Futterhaus” (inkl. Anleitung zum Futterhausbau), mit wunderschönen Vogelillustrationen. Beides zusammen ergab ein neues Werkwanddekor, das mich inspiriert und bei der Arbeit erfreut.

Mein Holzbär hat nun einen Ehrenplatz und sitzt auf diesen wunderschönen Dosen aus Pappe und Papier, die ich bei polli überall gekauft habe. (Und das Geschenkpapier hinter den Vogelseiten. Und die Glasvase.)

Werkttischbär

18:57
Regiestimme aus dem Dunkel

Am Tisch mit Freunden neulich denke ich, was ich schon ab und zu in letzter Zeit gedacht habe, dass es bei mir am Tisch nur ums Essen geht. Am Tisch mit mehreren gelingt es mir nicht, von mir wegzuschauen und im Gespräch und im Zuhören für die anderen dazusein. Ich stelle mir vor, wie es anders wäre. Ich würde langsamer essen, Pausen machen, mitreden, diskutieren, viel mehr fragen und zuhören. Aber am Tisch esse ich zügig auf und sitze dann tatenlos dabei und beginne irgendwann, mich zu langweilen. (“Können wir jetzt nicht endlich aufstehen, damit ich was tun kann?”)

Zwei Dinge entdecke ich dadurch in mir. Ich verstehe nicht, wie man mit mehreren Leuten über ein Thema redet. Das bedeutet, dass ich nicht gewohnt bin, mitzuerleben, wie sich ein Gedanke entwickelt: Die Meinung, das Wort, das am Anfang stand, verändert sich oder festigt sich oder verschwindet durch all die verschiedenen Blickwinkel und die Zeit, die auf den Diskussions- also Nachdenkprozess angewendet wird. Dass ich dies nie gelernt habe, erklärt, warum ich der Annahme bin, dass mit einem (perfekten) Wort alles ge/erklärt sein soll/te. Es ist in meiner Welt nur Zeit für ein Wort und da sonst keine Zeit zum Nachdenken und Erörtern bleibt (vor/mir anderen), besteht der Anspruch, dass dieses eine Worte das perfekte gewesen sein muss. Auch, wenn es das nicht war. Das sorgt dafür, dass ich beim Reden und Schreiben so einseitig vorgehe.

“Es ist nur Zeit für ein Wort von dir, jasmin, also spuck es aus! Und egal, ob es dein bester Wurf war, dies war die einzige Chance. Um anschließend dich selbst zu decken und nicht diese Einseitigkeit (gleich Fehlerhaftigkeit) zugeben zu müssen, versteife dich mit allen Mitteln auf diese “Meinung” - tue dies, obwohl du selbst merkst, dass es ein vorschnelles Urteil (weil nicht durchdacht) oder eine simple emotionale Reaktion war. Und dann fühle dich erst recht schuldig, weil du so dumm gehandelt hast und nun so dumm erscheinst!”

(Das sind die Anweisungen in meinem Kopf.)

Fürs Schreiben gilt: Ich spüre den Zeitdruck, sobald ich zu schreiben beginne, noch vorher, sobald ich ans Schreiben denke. Dann tickt die Uhr: 10 Sekunden, 9, 8, 7,… und gehetzt versuche ich, etwas zu sagen, so “klug” wie möglich, aber, weil ich nicht glaube, die Zeit zu haben, das Thema mit mir selbst zu erörten, Beispiele und Bilder zu suchen, zu recherchieren, Experten oder andere Menschen zu fragen - deswegen hauche ich bei …1, 0! den letzten Atem aus und lasse erschöpft und entmutigt den Stift fallen - gleichzeitig beschämt, dass ich wieder nicht gründlich, weise, intim, ernsthaft, echt und abgerundet geschrieben habe.

20:36
Nach der langen Pause

Porzellanauspacken

Papier für die Katze

Kanne findet keinen Deckel

…bin ich als erstes losgezogen, um mein Porzellanlager aufzustocken. Zuhause, beim Auspacken, freuen sich meine Katzen immer über das Zeitungspapier, denn auf Papier sitzen sie am liebsten.

Noch auf dem Markt ist jemand dieser hübschen kleinen Kanne zu nahe gekommen und ihr Deckel ging zu Bruch…Ich werde weiterhin Kannen- und Dosendeckel sammeln, denn keiner aus diesem Sortiment passt!

continue